Dietsch@bookwyrm.de reviewed Supergirl by Tom King
Trauer in Bonbonfarben
4 stars
Evely und Lopes zeichnen und kolorieren das hier nicht wie einen Superheldencomic von 2021, sondern wie einen illustrierten Erzählband aus einer anderen Zeit: klare Linien, warme Farben, Kreaturen aus alten Märchenbüchern. Umso härter trifft, was darin verhandelt wird. Karas Überlebensschuld, der Untergang einer Welt, der Umgang eines Menschen damit, übrig geblieben zu sein — das ist maximal erwachsen erzählt. Der Kontrast zwischen Optik und Thema ist das eigentliche Kunststück des Bandes, und die Figur, die dabei entsteht, ist die beste Supergirl, die mir untergekommen ist.
Der Preis dafür heißt Ruthye. Ihre altertümliche Erzählstimme passt zur Bildsprache, das gebe ich zu, aber sie redet zu viel und zu lang, versichert mir über Planeten hinweg immer wieder, dass sie auf einem Rachefeldzug ist, und entwickelt sich in einem Tempo, das im Sammelband streckenweise zäh wird. Im Monatsheft wäre mir das Wiederaufgreifen wahrscheinlich willkommen gewesen; am Stück gelesen ist es Geschwätzigkeit. Das Ende …
Evely und Lopes zeichnen und kolorieren das hier nicht wie einen Superheldencomic von 2021, sondern wie einen illustrierten Erzählband aus einer anderen Zeit: klare Linien, warme Farben, Kreaturen aus alten Märchenbüchern. Umso härter trifft, was darin verhandelt wird. Karas Überlebensschuld, der Untergang einer Welt, der Umgang eines Menschen damit, übrig geblieben zu sein — das ist maximal erwachsen erzählt. Der Kontrast zwischen Optik und Thema ist das eigentliche Kunststück des Bandes, und die Figur, die dabei entsteht, ist die beste Supergirl, die mir untergekommen ist.
Der Preis dafür heißt Ruthye. Ihre altertümliche Erzählstimme passt zur Bildsprache, das gebe ich zu, aber sie redet zu viel und zu lang, versichert mir über Planeten hinweg immer wieder, dass sie auf einem Rachefeldzug ist, und entwickelt sich in einem Tempo, das im Sammelband streckenweise zäh wird. Im Monatsheft wäre mir das Wiederaufgreifen wahrscheinlich willkommen gewesen; am Stück gelesen ist es Geschwätzigkeit. Das Ende überrascht nicht groß, rundet die Figurenerzählung aber sauber ab. Gelesen habe ich das trotzdem mit großem Vergnügen.